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23. Dezember 2011
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Der Denisova-Mensch hat Erbgut nicht nur an heute lebende Populationen auf Neuguinea sondern auch an australische Ureinwohner und philippinische Populationen weitergegeben, fanden Wissenschaftler von der Harvard Medical School in Boston (USA), und vom Leipziger Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie heraus. David Reich, Professor für Genetik an der Harvard Medical School: „Die Denisova-DNA ist vergleichbar mit einem medizinischen Kontrastmittel, das die Blutgefäße einer Person sichtbar macht. Sie hat einen so hohen Wiedererkennungswert, dass man sogar geringe Mengen in einem Individuum nachweisen kann. So konnten wir Denisova-DNA in menschlichen Migrationen aufspüren.“ Im Gegensatz zu bisherigen Erkenntnissen hat der moderne Mensch Asien möglicherweise in mindestens zwei Migrationswellen besiedelt. Nach David Reich entsprangen der ersten Migrationswelle Ureinwohnerpopulationen, die heute noch in Südostasien und Ozeanien leben. Spätere Wanderungen bildeten Populationen in Ostasien aus, die mit der heute in Südostasien lebenden Bevölkerung verwandt sind.
Denisova-Menschen waren demnach über ein außergewöhnlich großes ökologisches und geographisches Gebiet verbreitet, das von Sibirien bis ins tropische Südostasien reichte. „Die Tatsache, dass Denisova-DNA in einigen aber nicht in anderen heute lebenden Ureinwohnerpopulationen Südostasiens nachweisbar ist, zeigt, dass es vor mehr als 44.000 Jahren zahlreiche Populationen mit oder ohne Denisova-DNA gegeben hat“, sagt Mark Stoneking, Professor für Populationsgenetik am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie und leitender Autor der Studie. „Das Vorhandensein von Denisova-Erbgut in einigen aber nicht in allen Gruppen kann am einfachsten dadurch erklärt werden, dass Denisova-Menschen selbst in Südostasien gelebt haben.“ Bereits im Dezember 2010 hatte Svante Pääbo vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in der Fachzeitschrift Nature berichtet, dass Denisova-Menschen Gene zu heute lebenden menschlichen Populationen auf Neuguinea beitragen haben.