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Dr. Rolf Güsten

Max-Planck-Institut für Radioastronomie, Bonn
Telefon:+49 228 525-383

Aktuelles

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und die Europäische   Weltraumorganisation (ESA) laden am Tag der Luft- und Raumfahrt, den 18. September, zum   ersten Mal 60 Twitterer ein. Für die Max-Planck-Gesellschaft wird   Michael Frewin über Projekte mit Max-Planck-Beteiligung wie beispielsweise Sofia berichten.

Max-Planck-Gesellschaft nimmt am ersten Raumfahrt-Tweetup teil

15. September 2011

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und die Europäische Weltraumorganisation (ESA) laden am Tag der Luft- und Raumfahrt, den 18. September, zum ersten Mal 60 Twitterer ein. Für die Max-Planck-Gesellschaft wird Michael Frewin über Projekte mit Max-Planck-Beteiligung wie beispielsweise Sofia berichten. [mehr]

Hintergrund

Den 6. April 2011 wird Rolf Güsten so schnell nicht vergessen. An jenem Tag absolvierte die fliegende Infrarot-Sternwarte Sofia ihren ersten Forschungsflug mit Great.  Das unter Leitung des Max-Planck-Instituts für Radioastronomie  entwickelte Spektrometer nahm die Molekülwolke M 17 sowie die Galaxie IC  342 ins Visier. Für Projektleiter Güsten und sein Team war das nach  langen Jahren der Vorbereitung ein besonderer Moment.

„Great funktioniert wie ein Radio für kosmische Signale“

15. September 2011

Den 6. April 2011 wird Rolf Güsten so schnell nicht vergessen. An jenem Tag absolvierte die fliegende Infrarot-Sternwarte Sofia ihren ersten Forschungsflug mit Great. Das unter Leitung des Max-Planck-Instituts für Radioastronomie entwickelte Spektrometer nahm die Molekülwolke M 17 sowie die Galaxie IC 342 ins Visier. Für Projektleiter Güsten und sein Team war das nach langen Jahren der Vorbereitung ein besonderer Moment. [mehr]
Wer nach den Sternen greifen möchte, muss abheben. So könnte das Motto von Sofia lauten, einem zum Observatorium umgebauten Jumbo-Jet. Er trägt ein 2,7-Meter-Teleskop an Bord, mit dem die Forscher in einer Flughöhe von 15 Kilometern jenseits der störenden Atmosphäre die Geburtsstätten ferner Sonnen, galaktische Molekülwolken oder die Hüllen von Planeten im Infraroten beobachten.

Sofia - die Sternwarte über den Wolken

16. September 2011

Wer nach den Sternen greifen möchte, muss abheben. So könnte das Motto von Sofia lauten, einem zum Observatorium umgebauten Jumbo-Jet. Er trägt ein 2,7-Meter-Teleskop an Bord, mit dem die Forscher in einer Flughöhe von 15 Kilometern jenseits der störenden Atmosphäre die Geburtsstätten ferner Sonnen, galaktische Molekülwolken oder die Hüllen von Planeten im Infraroten beobachten. [mehr]

Astronomie

Sofia auf dem Weg nach Deutschland

17. September 2011

Am 17. September 2011 ist das fliegende Observatorium Sofia von Palmdale in Kalifornien nach Köln geflogen. Mit an Bord war Autor Alexander Stirn. Hier sein Logbuch.
Rolf Güsten vom Max-Planck-Instiutut für Radioastronomie in seine Arbeit vertieft Bild vergrößern
Rolf Güsten vom Max-Planck-Instiutut für Radioastronomie in seine Arbeit vertieft

13.30 Uhr MESZ: Behutsam wird Sofia aus dem großen Hangar der Dryden Aircraft Operations Facility im kalifornischen Palmdale geschleppt. 75-mal war das fliegende Infrarot-Observatorium, das von der Nasa und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt gemeinsam betrieben wird, bereits in der Luft. Doch heute soll ein ganz besonderer Tag werden.

14.00 Uhr: In der kalifonischen Wüste, die der deutschen Zeit um neun Stunden hinterher hinkt, geht langsam die Sonne auf. Techniker der Nasa haben begonnen, Sofia zu betanken. Exakt 140 Tonnen Sprit benötigt die umgebaute Boeing 747SP, um erstmals nach Deutschland aufbrechen zu können. Das Abfluggewicht für die Reise nach Köln ist mit 361 Tonnen berechnet worden. „Keine Sorge, während unserer Tests war Sofia schon mal so schwer – und es ist alles gut gegangen“, beruhigt Pilot Troy Asher. Rund eine Stunde dauert das Tanken.

16.30 Uhr: Crew Briefing. Jeder, der mit Sofia in die Luft gehen will, muss an der Besprechung teilnehmen. Der Raum im ersten Stock des Nasa-Hangars ist gut gefüllt; rund 50 Männer und Frauen werden heute an Bord sein. Am Tag zuvor hatten Techniker noch zusätzliche Sitze eingebaut. Auch die Funkanlage im Cockpit ist neu – ansonsten hätte Sofia gar nicht den europäischen Luftraum ansteuern dürfen.

18.43 Uhr: Asher, einer der erfahrensten Testpiloten bei der Nasa, schaltet die „Bitte anschnallen“-Zeichen an. Der Jumbo holpert zur Startbahn.

19.08 Uhr: Mit acht Minuten Verspätung gibt Sofia auf Runway 25 des Palmdale Regional Airports vollen Schub. Das Flugzeug wirkt schwer, die Beschleunigung träge – fast so, als wolle sie niemals enden. Dann erhebt sich das fliegende Observatorium aber doch in die Luft. Seine Flugroute führt zunächst geradewegs nach Norden, fast bis zum Nordpol.

19.16 Uhr: Die Sofia-Besatzung und die Teleskoptechniker tragen beigefarbene Overalls aus feuerfestem Material, die Wissenschaftler des deutschen Instruments Great (German Receiver for Astronomy at Terahertz Frequencies) tragen blaue Hemden mit aufgesticktem Sofia-Logo. Sobald Pilot Asher die Anschnallzeichen ausschaltet, vermischen sich die Gruppen: Bislang ist Sofia nur nachts gestartet. Jetzt, während des Überführungsfluges nach Europa, nutzen Ingenieure und Forscher das verbleibende Tageslicht, um ein paar Erinnerungsfotos der kalifornischen Wüste zu schießen.

Flugplaner Randolf Klein Bild vergrößern
Flugplaner Randolf Klein

21.30 Uhr: Sofia erreicht kanadischen Luftraum. Troy Asher dreht leicht am Knopf des Autopiloten und steuert das Flugzeug auf einen neuen Kurs. 34 Jahre alt ist die Maschine, im Cockpit dominieren Schalter, Knöpfe, Rundinstrumente. Vier Mann und ein Navigator sind nötig, um den Jumbo-Jet über den Atlantik zu steuern. Fein säuberlich führt der Bordingenieur Buch über den Benzinverbrauch – mit Papier und Bleistift.

23.07 Uhr: Warten auf den Sonnenuntergang. Mancher an Bord liest, schläft oder fährt mit dem iPad Autorennen.

0.14 Uhr: Fast unbemerkt hat die Crew die mehrere Quadratmeter große Klappe geöffnet, die das im hinteren Teil des Rumpfes eingebaute Teleskop während Start und Landung schützt. „Wenn wir es nicht wüssten, wir würden die geöffnete Luke gar nicht bemerken“, sagt Asher. „Die Aerodynamik-Ingenieure haben ganze Arbeit geleistet.“

 
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