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Prof. Dr. Dr. Dr. h.c. Florian Holsboer

Max-Planck-Institut für Psychiatrie, München

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E-Mail: holsboer@­mpipsykl.mpg.de

Aktuelles

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Personalisierte Depressionstherapie des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie gewinnt m4 Award 2011

18. Juli 2011

Zusammen mit dem MPI für Biochemie in Martinsried und dem Lead Discovery Center (LDC) in Dortmund sollen Wirkstoffe entwickelt werden, die das körpereigene Protein FKBP51 in seiner Funktion beeinflussen. [mehr]

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Die Angst nach dem Terror

Neben ihren unmittelbaren Folgen wirken Terroranschläge auch indirekt, da sie Unsicherheit und Ängste in den Köpfen vieler Menschen wecken – und damit Verhaltensweisen auslösen, die den Schaden oft noch vergrößern. [mehr]

Medizin . Sozialwissenschaften

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Testpersonen mit REM-Schlafphasen reagieren im Wachzustand weniger ängstlich auf leichte elektrische Impulse: Die Angstschweiß-Produktion nimmt stärker ab als bei Probanden ohne REM-Phasen. In den rötlich markierten Gehirnregionen steigt die Gehirnaktivität nach den elektrischen Impulsen. Die kühlen Farben zeigen Gebiete in der Nähe des möglichen REM-Schlaf-Zentrums, die bei Personen ohne REM-Phasen stärker aktiv sind als bei Menschen mit REM. Ihre Überaktivitätführt wahrscheinlich dazu, dass die REM-Phasen ausfallen. [weniger]

Für die Verwandtschaft zwischen Depression und Posttraumatischer Belastungsstörung spricht auch die Beobachtung, dass beide auffallend oft gemeinsam auftreten. Und dass Antidepressiva helfen können, den Ausbruch einer Posttraumatischen Belastungsstörung direkt nach einem schlimmen Erlebnis zu verhindern. Von „vielfältigen Verflechtungen zwischen den Krankheitsbildern“ spricht Psychologe Ising. Auch die Angststörungen gehören dazu.

Eng miteinander verflochten wie die psychiatrischen Krankheitsbilder sind am Max-Planck-Institut für Psychiatrie auch die, die sie erforschen. Wenn die Psychiater, Psychologen und Biologen sich gegenseitig besuchen, kommen sie des Öfteren an Emil Kraepelin vorbei, der die „Deutsche Forschungsanstalt für Psychiatrie“ im Jahr 1917 gründete und dessen Büste an prominenter Stelle in der Nähe des Hörsaals steht. Auf ihn gehen die in der Psychiatrie nach wie vor üblichen Klassifikationssysteme der psychischen Erkrankungen zurück. Heute plädiert ausgerechnet sein siebter Nachfolger dafür, „diagnostische Einengungen zugunsten eines kausalen Verständnisses aufzubrechen“. Vielleicht könnte Holsboer ihn auch davon überzeugen, dass die Psychiatrie personalisierte Behandlungswege finden muss. „Wir sind doch alle stolz darauf, Individuen zu sein“, gibt er zu bedenken. „Nur wenn wir krank werden, huschen wir gern unter den großen Schirm einer Diagnose.“

Kraepelin könnte den Kollegen von heute wohl kaum folgen, wenn sie von „genetischen Schaltern“ sprechen, die „durch ein Trauma umgelegt werden“, oder von „am Reißbrett designten Molekülen, die sich gezielt an Rezeptoren anlagern“. Er würde aber bemerken, dass hier am Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München-Schwabing weiterhin Aufbauarbeit geleistet wird. Gebaut wird nicht zuletzt an Dämmen, die stark genug sind, um die Seele nach schlimmen Erlebnissen vor Krankheit zu schützen.

 
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