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Prof. Dr. Dr. Dr. h.c. Florian Holsboer

Max-Planck-Institut für Psychiatrie, München

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Aktuelles

Zusammen mit dem MPI für Biochemie in Martinsried und dem Lead Discovery  Center (LDC) in Dortmund sollen Wirkstoffe entwickelt werden, die das  körpereigene Protein FKBP51 in seiner Funktion beeinflussen.

Personalisierte Depressionstherapie des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie gewinnt m4 Award 2011

18. Juli 2011

Zusammen mit dem MPI für Biochemie in Martinsried und dem Lead Discovery Center (LDC) in Dortmund sollen Wirkstoffe entwickelt werden, die das körpereigene Protein FKBP51 in seiner Funktion beeinflussen. [mehr]

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Die Angst nach dem Terror

Neben ihren unmittelbaren Folgen wirken Terroranschläge auch indirekt, da sie Unsicherheit und Ängste in den Köpfen vieler Menschen wecken – und damit Verhaltensweisen auslösen, die den Schaden oft noch vergrößern. [mehr]

Medizin . Sozialwissenschaften

Der Terror des Traumas

28. Juli 2011

Terroranschläge, Naturkatastrophen oder Unfälle lösen bei vielen
Menschen noch Jahre später Angstzustände und Panikattacken
aus. Die Betroffenen durchleben das Ereignis in Albträumen oder
geistigen Rückblenden immer wieder. Am Max-Planck-Institut
für Psychiatrie in München sucht ein Team von Ärzten und
Grundlagenforschern um Institutsdirektor Florian Holsboer
nach Wegen, solchen Posttraumatischen Belastungsstörungen
vorzubeugen und sie zu behandeln.
Das Trauma des 11. September 2001: Viele der Betroffenen leiden noch  heute unter den schrecklichen Eindrücken und Erlebnissen dieses Tages. Bild vergrößern
Das Trauma des 11. September 2001: Viele der Betroffenen leiden noch heute unter den schrecklichen Eindrücken und Erlebnissen dieses Tages. [weniger]

Text: Adelheid Müller-Lissner

Für manche seiner Kollegen ist an Florian Holsboer ein Architekt verloren gegangen. Schon kurz nach Amtsantritt des neuen Direktors im Jahr 1989 war am Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München jedenfalls viel Baulärm zu hören, das lichte Halbrund des Hörsaals im Neubau des Instituts hat er mitentworfen. Zu seinem 60. Geburtstag haben die Mitarbeiter ihrem langjährigen Chef also mit gutem Grund ein „Goldenes Buch des Bauens“ geschenkt, versehen mit der an Descartes angelehnten Maxime „Ich baue, also bin ich“. Holsboer zeigt es Besuchern mit der Genugtuung eines Menschen, der sich verstanden fühlt.

Doch ausgerechnet der Mann, dessen Aufbauarbeit sich in funktionalen und ästhetisch ansprechenden neuen Gebäuden niederschlug, hat am 11. September 2001 in New York unmittelbar miterlebt, wie die beiden Türme des World Trade Center in sich zusammenfielen. Vom Fenster seines Hotelzimmers aus sah Holsboer eine der beiden Maschinen über Manhattan fliegen, die in einem bisher beispiellosen Terrorakt Tausende von Menschenleben auslöschten und ein Wahrzeichen der Moderne zerstörten. „Kühl und gelassen“ habe er anschließend Fotos gemacht, „als beträfe mich das alles gar nicht“, erzählt der Psychiater fast zehn Jahre später.

Normalität im Ausnahmezustand

Noch immer ist ihm die Verwunderung darüber anzumerken, wie er schon einige Stunden nach der Katastrophe zum Essen und danach auch noch zum Friseur gehen konnte. Alltagshandlungen in einem Ausnahmezustand. Alltagshandlungen, an die man sich sein ganzes Leben lang im Detail erinnern wird. „Pochierte Eier auf Spinatbett habe ich bestellt, Oeufs Bénédicte heißt das Gericht.“ Wahrscheinlich habe er das Hotel an diesem Tag aber nur verlassen, um möglichst normal mit jemandem reden zu können.

 
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