Sie schafften es sogar in ein Labor: Gut 110 Jahre nachdem Marie und Pierre Curie gemeinsam in Paris forschten, sind Doppelkarrierepaare zwar keine Seltenheit mehr, aber in derselben Region eine Anstellung zu finden, ist nach wie vor schwierig. Das will nun das Dual-Career-Netzwerk im Rhein-Main-Gebiet ändern, das vier Hochschulen und elf außeruniversitäre Forschungsinstitute gegründet haben – unter ihnen vier Max-Planck-Institute.
Auf gemeinsame Initiative der Frankfurter Goethe-Universität und der Technischen Universität Darmstadt unterzeichneten die 15 Partner eine strategische Vereinbarung und sind als Netzwerk ist in Bezug auf Größe und Verbindlichkeit einzigartig in Deutschland. Für die Max-Planck-Gesellschaft ist der neue Verbund, dessen Verhandlungsprozess vom hessischen Wissenschaftsministerium unterstützt wurde, nicht der erste: Nach den guten Erfahrungen mit einer ebenfalls sehr breit angelegten Dual-Carrer-Kooperation im Raum München, bei der auch Industrie, Wirtschaft und Ministerien mit von der Partie sind, hat sie sich ähnlichen Netzwerken in Stuttgart und Heidelberg, in der Region Halle/Leipzig und in Berlin-Brandenburg angeschlossen.
Auch im Rhein-Main-Gebiet haben Forschungseinrichtungen bei der Anwerbung von Spitzenwissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern die Erfahrung gemacht, dass diese in der Regel die angebotene Stelle nicht antreten wollen, wenn dadurch die Karriere ihrer Partnerin oder ihres Partners leidet oder sie dauerhaft zwischen ihrer Familie und dem Arbeitsort pendeln müssen. Rund die Hälfte aller Forschenden leben in einer Beziehung mit jemandem, der/die ebenfalls in der Wissenschaft tätig ist. Gleich zwei passende Stellen für solche Paare anzubieten, ist jedoch schwierig. Hier schafft ein dichtes Netzwerk von vielfältigen Wissenschaftsorganisationen attraktive Möglichkeiten. Es gibt feste Ansprechpersonen bei jeder Institution, die Anfragen aus dem Netzwerk intern an die richtige Stelle weiterleitet.
Das konnte Arjan Vink, promovierter Chemiker aus den Niederlanden, erfolgreich erproben. Nachdem seine Frau, Fleur Kemmers, die Juniorprofessur für Münzwissenschaft an der Goethe-Universität angenommen hatte, pendelte das Paar zunächst zwischen beiden Ländern. Schon bald war klar, dass Vink sich ebenfalls eine Stelle im Frankfurter Raum suchen sollte, aber auch, dass es nicht leicht werden würde, eine passende zu finden: In den Niederlanden war er Geschäftsführer eines renommierten Hirnforschungsinstituts. Über den Dual-Career-Service der Goethe-Universität kam ein erster Kontakt zum Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt zustande. Als dieses kurz darauf eine Stelle für Aufbau und Leitung einer internationalen Graduiertenschule ausschrieb, bekam Vink den Job. „Ich bin sehr froh über die interessante Tätigkeit in einem internationalen Umfeld. Meine Frau und ich können nun zusammen in Frankfurt arbeiten und wohnen und fühlen uns hier wirklich wohl.“