Ansprechpartner

Dr. Valeri Stepanyuk

Max-Planck-Institut für Mikrostrukturphysik, Halle/Saale

Telefon: +49 345 5582-537
Fax: +49 345 5582-765

E-Mail: stepanyu@­mpi-halle.de

Dr. Hermann Stoll

Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme, Standort Stuttgart, Stuttgart

Telefon: +49 711 689-1848
Fax: +49 711 689-1952

E-Mail: stoll@­mf.mpg.de

Weitere Themen

Teaser_image_horizontal

Aromatische Chips

1. Juli 2011

Druckbar, flexibel und preiswert – diese Eigenschaften versprechen Ingenieure sich von der organischen Elektronik. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Festkörperforschung und des Max-Planck-Instituts für Polymerforschung erforschen verschiedene Materialien, aus denen sich rollbare Bildschirme oder billige Chips für Massenprodukte herstellen lassen. [mehr]
Teaser_image_horizontal

Ferroelektrika: Digitales Gedächtnis in Pol-Position

1. Juli 2011

Ein Computer bewahrt Daten bislang in Arbeitsteilung auf: Beim Start lädt er sie erst von der Festplatte in den Arbeitsspeicher. Dietrich Hesse und Marin Alexe erforschen am Max-Planck-Institut für Mikrostrukturphysik in Halle ferroelektrische Speichermaterialien, die das Hochfahren eines Rechners überflüssig machen würden und Daten besonders dicht packen könnten. [mehr]

Festkörperforschung . Komplexe Systeme . Materialwissenschaften

Nanospeicher bringen Computer groß raus

1. Juli 2011

Computer dienen heute als Musikbox, Filmarchiv und Fotoalbum. Sie müssen daher immer größere Datenmengen schnell zugänglich machen. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für intelligente Systeme in Stuttgart und des Hallenser Max-Planck-Instituts für Mikrostrukturphysik bereiten den Weg für magnetische Speichermaterialien, die das ermöglichen, und nutzen dabei geschickt die ganz eigenen Gesetze der Nanowelt aus.

Text Christian Meier

standard Bild vergrößern
Datenpeicher im magnetischen Wirbel: Der Kern dieser Vortex-Struktur, die Physiker des Max-Planck-Instituts für intelligente Systeme in Plättchen von einigen Nanometern Dicke beobachten, formt eine Nadel. Diese ragt nach oben oder unten aus der Bildebene und kann daher die Null oder Eins eines Datenbits darstellen. [weniger]

Die Vision des Physikers Richard Feynman klingt auch heute noch atemberaubend: Es sei möglich, den Inhalt sämtlicher Buchtitel der Welt - Feynman schätzte ihre Zahl Ende der 1950er-Jahre auf 24 Millionen - in einem Staubkorn zu speichern, das gerade noch mit bloßem Auge sichtbar ist. Dafür sei es allerdings nötig, ein digitales Bit, also die kleinste Speichereinheit, die die Werte Null oder Eins aufnehmen kann, auf einen Platz zu zwängen, der dem Volumen von nur 100 Atomen entspricht.

Vielleicht fühlen sich die Ingenieure von dieser Vorstellung angespornt. Jedenfalls packen sie seither immer mehr Daten auf Speichermedien wie Festplatten: ihre Speicherdichte, also die Anzahl der Bits pro Quadratzentimeter, verdoppelte sich alle 18 Monate. Vor 30 Jahren konnte man auf eine Festplatte etwa zehn Megabyte ablegen, heute passen darauf 100000 Mal mehr Daten. Ein Bit belegt auf einer Terabyte-Festplatte noch einige hunderttausend Atome. Wenn Bits und Bytes weiterhin im gleichen Tempo schrumpfen wie bisher, würde Feynmans Traum in etwa zehn Jahren in Erfüllung gehen.

Doch die Reise in die Nanowelt, in der ein paar hundert Atome Informationen speichern oder sie verarbeiten, wird immer beschwerlicher. So lassen sich magnetische Speichermedien wie Festplatten nicht beliebig weit miniaturisieren. Magnetische Schichten an ihrer Oberfläche enthalten Speicherzellen, die je ein Bit aufnehmen. Ob die Zelle eine Null oder eine Eins darstellt, entscheidet ihre Magnetisierung. Diese ergibt sich aus der Summe der magnetischen Momente, welche die einzelnen Atome in der Zelle tragen: Jedes Atom wirkt wie ein winziger Stabmagnet, dessen Richtung und Stärke durch das magnetische Moment angegeben wird. Die magnetischen Momente der Atome ordnen sich in Speicherpunkten entweder ferromagnetisch oder antiferromagnetisch an, richten sich also alle parallel oder abwechselnd in die eine und in die entgegengesetzte Richtung aus.

 
loading content