Prof. Dr. Arno Villringer
Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften, LeipzigTelefon: +49 341 9940-2220
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Unser Gehirn ist nicht starr verdrahtet wie ein Computer. Es wird ständig umgebaut und an neue Erfordernisse angepasst – sei es als Reaktion auf Umweltbedingungen, weil wir etwas Neues gelernt haben, oder wenn sich das Gehirn von einer Schädigung erholen muss1. Diese so genannte neuronale Plastizität begleitet uns ein Leben lang.
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Der Großteil des derzeitigen Wissens über die faszinierende Formbarkeit des Gehirns stammt aus Tierversuchen. In den letzten Jahrzehnten entwickelten Forscher jedoch verschiedene bildgebende Verfahren, mit denen sie unserem Denkorgan »bei der Arbeit zusehen« können, ohne dafür den Schädel öffnen zu müssen. Damit lässt sich jetzt auch das menschliche Gehirn direkt unter die Lupe nehmen.
So ist laut Studien bei Londoner Taxifahrern das für die räumliche Orientierung zuständige Hirnareal vergrößert2. Und wenn man Jonglieren lernt, verändern die für Bewegungen zuständigen Hirnareale ihre Gestalt. Es finden sich sogar zunehmend Hinweise darauf, dass selbst im Gehirn von Erwachsenen noch neue Nervenzellen entstehen – was lange als ausgeschlossen galt3.
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Mit welchen Methoden untersuchen Forscher heute das menschliche Gehirn? Mit der Magnetresonanztomographie (MRT) lässt sich u. a. der strukturelle Aufbau des Gehirns erkunden (Bild 1). Forscher bestimmen damit die lokale Dichte der Nervenzellen in verschiedenen Hirnarealen4, registrieren Umfang und Gestalt der Faser-Verbindungen zwischen einzelnen Hirnregionen5 und erfassen Gewebeschäden auf Grund von Verletzungen oder Erkrankungen. Eine Variante der MRT, die funktionelle Magnetresonanztomographie (fMRT), erfasst hingegen die Funktion des Gehirns: Diese Methode registriert Schwankungen in der Durchflussmenge oder im Sauerstoffgehalt des Bluts in den Hirngefäßen (Bild 2). Damit lässt sich etwa messen, wie sich die Hirnaktivität infolge einer Verletzung oder eines Lernvorgangs verändert?6.