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Prof. Dr. Ferdi Schüth

Director
Max-Planck-Institut für Kohlenforschung, Mülheim an der Ruhr
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Forschen für eine nachhaltige Energieversorgung

Um bisherige Energiequellen besser auszuschöpfen und neue zu erschlie­ßen, versuchen Wissenschaftler die fundamentalen Prozesse bei der Umwandlung von Energie genauer zu verstehen. Diese Grundlagenforschung hilft uns, von fossilen Brennstoffen unabhängiger zu werden und regenerative Energien effizienter zu nutzen. Die Energieversorgung der Zukunft lässt sich nur durch das Zusammenwirken der Wissenschaft mit Wirtschaft und Gesellschaft sichern.

Eine der wichtigsten Fragen des 21. Jahrhunderts lautet: Wie lässt sich die Welt langfristig und nachhaltig mit Energie versorgen? Einfache Antworten fehlen indes. ­Viele Hindernisse sind technologischer Art: Es muss noch besser gelingen, Energie aus Wind, Wasser und Sonnenlicht zu gewinnen und zu speichern. Gerade aber die grundlagenorientierte Energieforschung kann neue und überraschende Perspektiven eröffnen und uns von fossilen Brennstoffen unabhängiger machen.

Bereits 1905 beschrieb Albert Einstein mit der berühmten Formel E = mc2 die Möglichkeit, Masse in Energie umzuwandeln – die in den Atomkernen gespeicherte Energie war damit prinzipiell zugänglich geworden. Doch er hat wohl kaum damit gerechnet, dass die Menschheit binnen nur 50 Jahren beginnen würde, die Kernenergie tatsächlich zu nutzen. Noch weniger ließ sich damals vorhersehen, dass heute, gerade einmal weitere 50 Jahre später, die kontrollierte Kernfusion in Reichweite liegt – und damit die Gewinnung potenziell unbegrenzter Mengen an sauberer Energie. Die Verwirklichung von Fusionskraftwerken ist eine völlig neue Herausforderung: Bei Temperaturen von mehreren hundert Millionen Grad Celsius werden Wasserstoffisotope zu Heliumkernen verschmolzen, was den verwendeten Materialien und technischen Apparaturen enorm viel abverlangt.

Schematische Darstellung eines von Magnetspulen (blau) umgebenen Plasmas (gelb) in einem Stellarator-Fusionsreaktor Bild vergrößern
Schematische Darstellung eines von Magnetspulen (blau) umgebenen Plasmas (gelb) in einem Stellarator-Fusionsreaktor

Das internationale ITER-Projekt in Frankreich will zu diesem Zweck einen »Tokamak«-Reaktor einsetzen. In Deutschland verwirklicht man derzeit den technisch verwandten »Stellarator«. Bei einer Reihe weiterer Vorhaben soll der Brennstoff etwa mittels Laserstrahlen gezündet werden. Gelingt es den Forschern, die damit verbundenen Belastungen für Mate­rial und Technik zu meistern, könnten die ersten kommerziellen Fusionskraftwerke 2050 ans Netz gehen.

 
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