Das Bindegewebe hält die Zellen aller Organismen zusammen und verleiht den Organen ihre Struktur. Außerdem beeinflusst es das Verhalten von Zellen, die mit ihm verankert sind. Ein wichtiger Bestandteil dieses Gewebes ist Fibronektin. Dieses Molekül verändert das Verhalten der sogenannten Integrine, die als Rezeptoren an der Zelloberfläche fungieren, und beeinflusst so die Funktionen umliegender Zellen. Diese Wechselwirkung zwischen Bindegewebe und Zellen tritt sowohl im gesunden Gewebe als auch bei verschiedenen Krankheiten wie Krebs, Osteoporose, Diabetes und Leberfibrose auf. Gemeinsam mit Kollegen der Universität Heidelberg konnte Inaam Nakchbandi bereits nachweisen, dass sich Krebs – ohne Fibronektin – langsamer im Körper ausbreitet. Außerdem konnten die Wissenschaftler zeigen, dass Fibronektin die Entwicklung von Leberfibrose beeinträchtigt. Diese Kooperation zwischen der Max-Planck-Gesellschaft und der Universität Heidelberg hat das Ziel, Grundlagenforschung und patientenorientierte klinische Forschung miteinander zu verknüpfen.