Eine Hälfte des Nobelpreises in Physik wurde Ernst Ruska für seine "fundamentalen elektronenoptischen Arbeiten und die Konstruktion des ersten Elektronenmikroskops" verliehen (die andere Hälfte ging an Gerd Binnig und Heinrich Rohrer vom IBM-Forschungslabor, Zürich, für ihre Konstruktion des "Raster-Tunnel-Mikroskops"). Es ist eine der wichtigsten Erfindungen dieses Jahrhunderts. Die Entwicklung begann mit den Arbeiten, die Ruska schon Ende der 20er-Jahre als junger Student an der Technischen Hochschule in Berlin ausführte: Er fand, dass eine Magnetspule als Linse das Bild eines Gegenstandes erhalten ließ, der mit Elektronen bestrahlt wurde. Indem er zwei derartige Linsen zusammensetzte, brachte er ein primitives Mikroskop zustande. Sehr rasch verbesserte er verschiedene Einzelheiten, so dass er 1933 das erste Elektronenmikroskop mit Leistungen bauen konnte, die den herkömmlichen Lichtmikroskopen deutlich überlegen waren. Er trug dann wirksam zur Entwicklung von kommerziellen, im Serienbau hergestellten Elektronenmikroskopen bei, die in vielen verschiedenen Wissenschaftsbereichen rasch zur Anwendung kamen.