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Prof. Dr. Ferdi Schüth

Director

Max-Planck-Institut für Kohlenforschung, Mülheim an der Ruhr

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Dossier

Chemie . Klimaforschung . Materialwissenschaften . Plasmaphysik . Teilchenphysik

Wege in eine neue Energieversorgung

Regelmäßig wiederkehrende „Allzeithochs“ der Ölpreise illustrieren mit großer Deutlichkeit, dass die Reserven an fossilen Energiequellen endlich sind.

29. März 2011

Auch wenn die Ölpreise nicht nur durch die Begrenztheit der Vorräte, sondern auch durch Spekulationseffekte beeinflusst werden: Peak Oil, d.h. der Zeitpunkt, zu dem die Erdölförderung auch bei größten Anstrengungen nicht mehr weiter gesteigert werden kann, wird in naher bis mittlerer Zukunft erreicht sein, manche Analysten glauben sogar, er sei bereits jetzt erreicht. Diese Entwicklung wird durch den zunehmenden Energiehunger der aufstrebenden Staaten, insbesondere in Asien mit ihren hohen Bevölkerungszahlen, noch verschärft. Außerdem hängt das Energieproblem untrennbar mit der globalen Erwärmung zusammen. Alle Daten deuten darauf hin, dass die anthropogenen Emissionen von Kohlendioxid, die zu einem großen Teil aus der Verbrennung fossiler Energieträger stammen, erheblich zur Klimaveränderung beitragen.
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Künstliche Kernfusion: Mit der Anlage ASDEX Upgrade arbeiten Forscher am Max-Planck-Institut für Plasmaphysik in Garching an der Erzeugung von sauberer und sicherer Energie. [weniger]

Daher ist es dringend erforderlich, die Weichen für unser Energiesystem so zu stellen, dass diesen Herausforderungen wirkungsvoll begegnet werden kann. Globale und nationale Energiesysteme sind leider sehr träge, Veränderungen der Versorgungs- oder Verbrauchsstruktur benötigen lange Zeiträume. Jetzt gebaute Kohlekraftwerke werden noch 2050 in Betrieb sein. Auch die Wirkungen machen sich auf langen Zeitskalen bemerkbar: Unsere Erde reagiert nur langsam auf Veränderungen der Zusammensetzung der Atmosphäre, und so wird sich der Erfolg eines Umsteuerns ebenso nur auf der Skala von Jahrzehnten bis Jahrhunderten bemerkbar machen.

Welche Rolle kann Forschung beim Umbau unseres Energiesystems spielen, insbesondere die erkenntnisorientierte Forschung, wie sie für die Max-Planck-Gesellschaft typisch ist? Hier ist es hilfreich, zunächst einen Blick auf die Struktur typischer konventioneller „Energieforschung“ zu werfen und diese mit Max-Planck-typischen Strukturen zu vergleichen. Der Energiesektor ist durch einen stark systemgeprägten Ansatz charakterisiert. Einzelkomponenten eines neuen Energiesystems sind für eine durchgreifende Veränderung allein nicht ausreichend. Dies sei an einem Beispiel illustriert: Wenn Wasserstoff als zukünftiger Energieträger eingesetzt werden soll, sind dringend Speichermaterialien für den Wasserstoff erforderlich, so wie sie beispielsweise am MPI für Kohlenforschung entwickelt werden.

 
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