Prof. Dr. Ferdi Schüth
Director
Max-Planck-Institut für Kohlenforschung, Mülheim an der RuhrTelefon: +49 208 306-2373
Fax: +49 208 306-2995
E-Mail: schueth@kofo.mpg.de
29. März 2011
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Daher ist es dringend erforderlich, die Weichen für unser Energiesystem so zu stellen, dass diesen Herausforderungen wirkungsvoll begegnet werden kann. Globale und nationale Energiesysteme sind leider sehr träge, Veränderungen der Versorgungs- oder Verbrauchsstruktur benötigen lange Zeiträume. Jetzt gebaute Kohlekraftwerke werden noch 2050 in Betrieb sein. Auch die Wirkungen machen sich auf langen Zeitskalen bemerkbar: Unsere Erde reagiert nur langsam auf Veränderungen der Zusammensetzung der Atmosphäre, und so wird sich der Erfolg eines Umsteuerns ebenso nur auf der Skala von Jahrzehnten bis Jahrhunderten bemerkbar machen.
Welche Rolle kann Forschung beim Umbau unseres Energiesystems spielen, insbesondere die erkenntnisorientierte Forschung, wie sie für die Max-Planck-Gesellschaft typisch ist? Hier ist es hilfreich, zunächst einen Blick auf die Struktur typischer konventioneller „Energieforschung“ zu werfen und diese mit Max-Planck-typischen Strukturen zu vergleichen. Der Energiesektor ist durch einen stark systemgeprägten Ansatz charakterisiert. Einzelkomponenten eines neuen Energiesystems sind für eine durchgreifende Veränderung allein nicht ausreichend. Dies sei an einem Beispiel illustriert: Wenn Wasserstoff als zukünftiger Energieträger eingesetzt werden soll, sind dringend Speichermaterialien für den Wasserstoff erforderlich, so wie sie beispielsweise am MPI für Kohlenforschung entwickelt werden.