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Prof. Dr. Dr. h. c. Stefan H.E. Kaufmann

Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie, Berlin

Telefon: +49 30 28460-500
Fax: +49 30 28460-501

E-Mail: kaufmann@­mpiib-berlin.mpg.de

Literatur

Stefan H.E. Kaufmann
Wächst die Seuchengefahr? Globale Epidemien und Armut: Strategien zur Seucheneindämmung in einer vernetzten Welt.
Fischer-Verlag, Frankfurt/M., 2008

Aktuelles

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Tuberkulose-Impfstoff besteht Phase-I-Studie

Impfstoff-Kandidat soll künftig besser vor Tuberkulose-Infektionen schützen [mehr]
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Bio-Signatur der Tuberkulose

Max-Planck-Forscher finden Biomarker, mit denen sie Tuberkulose-Patienten identifizieren können [mehr]

Europäisches Parlament beschließt höchste Priorität für Tuberkulose-Forschung

Steigende Zahlen von Tuberkulose-Erkrankungen, immer mehr multiresistente Erregerstämme sowie fehlende neue Impfstoffe und Medikamente – das Ziel mancher Wissenschaftler, die Tuberkulose bis 2050 auszurotten, erscheint angesichts der aktuellen Situation äußerst ehrgeizig. [mehr]

Infektionsbiologie . Medizin

Neue Partnerschaften im Kampf gegen eine alte Bedrohung

Der von uns entwickelte Impfstoffkandidat gegen Tbc wurde an die Vakzine Projekt Management GmbH lizenziert, die ihn derzeit mit großem Engagement durch die erste klinische Prüfung führt. Diese vom Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützte Organisation hat sich zum Ziel gesetzt, neue Impfstoffkandidaten aus der akademischen Forschung durch klinische Studien zu führen, so dass sie in der Pharmaindustrie ausreichend Interesse wecken.

Dies ist natürlich leichter gesagt als getan, da die Tbc in erster Linie ein Problem armer Länder bleibt. Für vernachlässigte Krankheiten müssen Anreize geschaffen werden, die die Weiterentwicklung von Medikamenten in kostenaufwendigen klinischen Studien attraktiv machen. Die Kosten hierfür liegen erfahrungsgemäß in der Größenordnung von 20 bis 50 Millionen Euro – selbst für die Pharmaindustrie kein Pappenstiel. Wenn man ein neues Medikament für Menschen, die unter Tbc leiden, zu einem erschwinglich Preis anbieten will, kann man keine hohe Rendite erwarten.

Neue Partnerschaften müssen geschmiedet werden, bei denen alle an einem Strang ziehen. Bereits jetzt gibt es zwischen Forschungslaboratorien der öffentlichen Hand und Entwicklungslaboratorien der Privatindustrie zahlreiche Verknüpfungen. Diese sogenannten „Public-Private Partnerships“ müssen durch Stiftungen sowie staatliche und zivilgesellschaftliche Organisationen gestärkt werden. Präzedenzfälle hierfür gibt es bereits. Der Globale Fonds zur Bekämpfung von AIDS, Tbc und Malaria und die Globale Allianz für Vakzinierung und Immunisierung sorgen dafür, dass Menschen in den armen Ländern die verfügbaren Impfstoffe und Medikamente gegen die wichtigsten Infektionskrankheiten erhalten. Dabei arbeiten Industriepartner, staatliche und zivilgesellschaftliche Organisationen sowie große Stiftungen eng zusammen. Empfänger sind zunehmend nicht mehr die Regierungen, sondern zivilgesellschaftliche Organisationen, die nach Bewilligung ihres Antrags durch Gutachtergremien für genau umschriebene Projekte gefördert werden.

Auch nach der Bewilligung hängt die weitere Förderung von der Erfüllung erfolgreicher Meilensteine ab. Nach solch einem Modell sollte ein Fonds für globale Gesundheitsforschung gegen vernachlässigte Krankheiten aufgebaut werden. Die Millennium-Entwicklungsziele bis zum Jahr 2015, die die Vereinten Nationen zu Beginn dieses Jahrhunderts proklamierten, haben in vier der acht gesteckten Ziele ansteckende Krankheiten oder damit zusammenhängende Gesundheitsprobleme ins Visier genommen: die Verringerung der Kindersterblichkeit, die Senkung der Müttersterblichkeit, die Verringerung der Bedrohung durch AIDS, Tbc, Malaria und andere schwere Krankheiten sowie der Zugang zu sauberem Wasser und zu Sanitäreinrichtungen.

Die beratende Kommission der Weltgesundheitsbehörde zu den Millennium-Entwicklungszielen hat sich dabei auch Gedanken um längerfristige Problemlösungen gemacht und die Einrichtung eines Fonds für globale Gesundheitsforschung ausdrücklich angeregt. Solch ein Fonds soll Förderprogramme entwickeln, die sowohl die zielgerichtete Grundlagenforschung unterstützen als auch Anreize zur Weiterentwicklung viel versprechender Strategien schaffen.

 
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