Ferdi Schüth
Max-Planck-Institut für Kohlenforschung, Mülheim an der RuhrTelefon: +49 208 3062373
E-Mail: schueth@mpi-muelheim.mpg.de
Letztlich macht sich Marlow in diesem Mehrschichtsystem zu Nutze, dass Poren mit unterschiedlichem Durchmesser unterschiedliches Lichtbrechungsverhalten haben. „Resonatoren filtern sehr selektiv bestimmte Wellenlängen heraus und eignen sich deshalb für die Verarbeitung von Informationen in Datenleitungen”, sagt der Max-Planck-Forscher. So weit ist Marlows Sandwichaufbau freilich noch nicht. Es hat sich aber gezeigt, dass die Katalysatorstruktur aus dem Chemielabor tatsächlich das Zeug dazu hat, die Entwicklung optischer Bauteile voranzubringen.
Wie seine Kollegen stößt auch Marlow immer wieder rein zufällig auf neue Substanzen, die sich für seine Lichtexperimente eignen – etwa als ein Versuch zur Herstellung kleiner Hohlkugeln aus einer Titanverbindung misslang. Eigentlich sollte sich die Substanz zu einem Muster kleiner Bälle ordnen. Doch wider Erwarten schnurrten die Sphären wie geplatzte Kaugummiblasen zu Fäden zusammen. Und die ordneten sich überraschenderweise zu einer gleichmäßigen Wabenstruktur mit interessanten Eigenschaften an: Sichtbares Licht bestimmter Wellenlängen wird extrem stark gebeugt und reflektiert.
Erfahrungen wie diese bestärken Ferdi Schüth und sein Team darin, das Unerwartete zu erwarten. „Ich rege mich selten auf, wenn ein Experiment scheinbar misslingt“, sagt Schüth, „denn oft bringt erst der Misserfolg eine neue Erkenntnis. Das erwartete Ergebnis bestätigt häufig nur das schon Vermutete oder Bekannte.“
Tim Schröder