Ansprechpartner

Prof. Dr. Stefan W. Hell

Direktor

Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie, Göttingen

Telefon: +49 551 201-2500
Fax: +49 551 201-2505

E-Mail: shell@­gwdg.de

Quantenphysik

Doktorhut mit scharfem Schwert aus Stahl

Geerdet wird der visionäre Physiker von seiner Familie. Seine Frau ist ambitionierte Ärztin in der Uniklinik, da will der häusliche Alltag gut organisiert sein. Die vierjährigen Zwillinge bringt er jeden Morgen in den Kindergarten. Die beiden Jungs sind es auch, die durch regelmäßiges Quengeln einer alten Leidenschaft immer wieder zu Einsätzen verhelfen: dem Saxophon. In Finnland hatte Stefan Hell Unterricht genommen, Jazz und Improvisation. Eigentlich möchte er regelmäßiger Musik machen, allein, es fehlt die Zeit. Auch zum Laufen kommt Stefan Hell seltener, als ihm lieb ist. Auf Trab gehalten wird die Familie allerdings auch so, seit einigen Monaten von ihrem neuesten Mitglied, einem Töchterchen.

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Jazz und Improvisation mag er besonders, doch bleibt Hell nicht viel Zeit fürs Saxophonspielen.

Und kürzlich mal wieder mit einem Angebot aus dem Ausland. Im Frühjahr 2008 erhielt Stefan Hell einen Ruf nach Harvard. „Das war natürlich eine große Ehre, und die Entscheidung ist mir wirklich nicht leicht gefallen“, gesteht er. „Neues Gebäude, fantastisches akademisches Umfeld, Top-Leute, Top-Studenten, Job-Angebot auch für meine Frau – das war schon sehr, sehr attraktiv. Doch die Möglichkeiten, die ich hier bei Max-Planck habe, wogen am Ende mehr.“

So flog Stefan Hell kürzlich mit seiner Familie nach Finnland statt nach Amerika. In Turku, an seiner alten Wirkungsstätte, nahm er die Ehrendoktorwürde entgegen, und zwar, wie in Finnland üblich, mit einem Doktorhut und einem scharfen Schwert aus Stahl. Sogar sein damaliger Chef war sichtlich gerührt. „In der kritischen Anfangszeit haben die Finnen mir was zugetraut“, sagt Hell dankbar. „Sie haben gesehen: das könnte etwas werden, der Typ hat Talent und Energie, um etwas durchzusetzen.“ Und vielleicht ist das stählerne Schwert, das Hell jetzt aus Turku mitgebracht hat, kein schlechtes Symbol für seinen Weg und für den Willen, einen alten wissenschaftlichen Zopf abzuschneiden.

 

GLOSSAR

Beugungsgrenze
Von jedem Punkt einer Lichtwelle geht eine neue Welle aus, etwa wenn jene auf den Rand eines Gegenstandes trifft. Daher sind im Lichtmikroskop zwei Objekte nicht getrennt zu erkennen, wenn sie dichter beieinanderliegen als die halbe Wellenlänge.

Konfokalmikroskopie
Ein Lichtstrahl rastert eine Probe ab. Eine Lochblende im Strahlengang blendet Bildinformation außerhalb der Brennebene aus – die Tiefenschärfe steigt verglichen mit einem herkömmlichen Mikroskop.

4Pi-Mikroskop
Zwei gegeneinandergesetzte Konfokalmikroskope verkleinern den länglichen Brennfleck eines einzelnen Mikroskops zu einer Kugel (4Pi verweist auf die Kugelgeometrie).

 
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